Haushaltsrede Wolfgang Rapp, 08.12.2017

Der heutige 8. Dezember 2017 wird in die Annalen des Landkreises Göppingen eingehen.

Nicht ganz 50 Jahre lang (seit Februar 1968) sind hier im Hohenstaufensaal des Landratsamtes richtungsweisende Zukunftsentscheidungen getroffen worden.

Von A (Abfallwirtschaft, Privatisierung MHKW) bis Z (Zugverkehre, Filstaltakt) sind nach teilweise sehr intensiven und auch kontroversen Debatten, bei manchen Themen freute man sich schon auf die „Redeschlachten“,  gute Beschlüsse für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Göppingen gefasst worden.

Heute findet hier nun die letzte Sitzung statt. Eine Sitzung, deren Ergebnisse weit über das Jahr 2018 hinausreichen.

2018 wird unser Landkreis Göppingen 80 Jahre alt.

Was wünscht man einem 80jährigen?

GP: Gutes Gelingen aller Projekte, die schnell umgesetzt werden.

GP: Gesundheit und gute Partner, mit denen wir die Ziele sicher erreichen.

Der Jubilar kann stolz sein auf das Erreichte, auf das Geschaffene.

Kontinuierlich hat sich der Landkreis weiterentwickelt, hat die Zeichen der Zeit immer rechtzeitig erkannt und hat die richtigen Antworten auf die jeweiligen Fragen der Zeit gegeben.

Doch auch mit 80 Jahren ist an Ausruhen oder gar Stillstand überhaupt nicht zu denken. Weitere Aufgaben, höhere Hürden und größere Herausforderungen stehen uns bevor; sie warten darauf, von uns gelöst, von uns überwunden und bewältigt zu werden.

Wir haben mit unseren Konzepten die besten Voraussetzungen geschaffen, um auch weiterhin passende und überzeugende Lösungen zu finden.

Die ALB FILS KLINIKEN, der erfolgreiche Gesundheitsanbieter, hat ein Rezept für Prosperität, für eine ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit und für eine gute Infrastruktur erneuert, um die Zukunftsfähigkeit auch bei zunehmend komplexer werdenden (nicht nur gesundheitspolitischen) Rahmenbedingungen langfristig sicherzustellen.

Das Rezept ist hat sich bewährt und wirkt auch bestens:

Man braucht partnerschaftliches Miteinander. Man nehme Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, übernehme Verantwortung, stehe zu seinem Wort, man erhalte und modernisiere Bewährtes, konzentriere sich auf die Aufgaben, schaffe so Vertrauen, um langfristig erfolgreich zu sein.

Mit diesem Fahrplan, der auch weiterhin die Zustimmung und Unterstützung unserer Partner braucht, bleiben wir intakt und im Takt.

Wir brauchen keinen Kurswechsel, schon gar keinen abrupten; wir brauchen kein 3. Gleis, wir brauchen kein Abstellgleis, wir brauchen keinen Stolpertakt und wir brauchen auch keine Verbindung, die nur mit einem Anschluss nach längeren Wartezeiten fortgesetzt werden kann. Wir brauchen durchgehende und verlässliche Verbindungen, wir brauchen auch gute Anbindungen an die Verbindungen.

Es gibt auch Positionen, die unumkehrbar sind. Bei der baulichen Weiterentwicklung unserer ALB FILS KLINIKEN sind wir seit 2012 in einem konstruktiven Konsens mit allen Partnern. Doch längst sind wir am Point of no Return angelangt. Der Standort der Klinik am Eichert ist und bleibt – nicht nur wegen des Namens – der Eichert. Dazu sind die Baufortschritte dank und mit finanzieller Förderung des Landes (inzwischen fast schon 10 Mio €), was die beste und nachhaltigste Zustimmung ist, viel zu weit.

Wir haben uns Zeit genommen, für manche zu viel Zeit, um zu überprüfen, zu begutachten und (selbst-)kritisch zu hinterfragen.

Doch nun kann und darf es keine zeitlichen Verzögerungen geben. Zielsetzung ist und muss bleiben: alles für den Neubau am Eichert schnell, aber sehr sorgfältig voranzutreiben sowie weitere Maßnahmen für die Modernisierung der Helfensteinklinik in Geislingen vorzunehmen.

Wir stehen zu den ALB FILS KLINIKEN in kommunaler Trägerschaft an 2 Standorten.

Für unseren Jubilar haben wir noch einen Wunsch:

Um all unsere Pläne bekannt zu machen, um die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen, brauchen wir GP, brauchen wir eine gute Presse.

Kreisbewusstsein, meine Damen und Herren, ist kein Selbstläufer.

Eine umfangreiche und ausgewogene Berichterstattung mit konstruktiv – kritischer Kommentierung trägt wesentlich zu einem größeren und besseren Kreisbewusstsein bei.

Die Bürgerinnen und Bürger brauchen Informationen, brauchen Zahlen, Daten und Fakten, um sich ihre eigene Meinung bilden zu können.

Und nun zum Abschluss:

Was, meine Damen und Herren, schenkt man einem 80jährigen?

Wir gehen mit gutem Beispiel voran, dem hoffentlich alle anderen folgen werden.

Der Landkreis braucht eine fundierte Grundlage, um in den kommenden Jahren die Konzepte umzusetzen, die Wege gut und zügig aus- und weiterzubauen.

Deshalb stimmen wir dem Haushaltsentwurf mit einer Kreisumlage von 34,1% zu, obwohl wir uns durchaus eine Absenkung hätten vorstellen können.

Wir freuen uns, an der Weiterentwicklung, an der Verstärkung und an der Verbesserung der Qualitätsmarke GP tatkräftig mitzuwirken.

Wolfgang Rapp

08. Dezember 2017