ÖPNV-Modellprojekt Geislingen

Im Raum Geislingen soll in den nächsten zwei Jahren erprobt werden, wie im öffentlichen Personennahverkehr von früh morgens bis in den späten Abend ein flächendeckender Stundentakt im Sinne einer „Mobilitätsgarantie“ mit Hilfe von innovativen und bedarfsgesteuerten ÖPNV-Systemen auch in einem eher ländlich geprägten Raum umgesetzt werden kann.

Dafür hat der Landkreis Göppingen als zuständiger Aufgabenträger für den ÖPNV vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg einen Landeszuschuss mit 835.000.- Euro erhalten. Der Eigenanteil des Kreises beträgt 261.000.- Euro.

Wie soll dieses ambitionierte Ziel erreicht werden?

Beim „Kickoff“ am 21. Juli 2016 in der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen, stellte Amtsleiter Jörg-Michael Wienecke im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Amtes für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im Landratsamt Göppingen die geplanten Maßnahmen vor:

  • Das Büro Nahverkehrsberatung Südwest, das bereits den neuen Nahverkehrsplan für den gesamten Landkreis Göppingen erstellt hat, wird in Kooperation mit den im Raum Geislingen tätigen Verkehrsunternehmen aus der Filsland Mobilitätsverbund GmbH die bestehenden Angebote in den Linienbündeln überplanen und dabei alternative Bedienungsformen mit einbeziehen.
  • Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, die das Projekt von Seiten des Landes als Zuschussgeber begleitet.
  • Es soll auch untersucht werden, ob und inwieweit bereits vorhandene Mobilitätsangebote für beeinträchtigte Personen, soziale Fahrdienste, Krankenfahrten und sonstige Transportdienste genutzt werden könnten, um diese besser auszulasten und mit anderen Dienstleistern (Züge, Linien- und Rufbusse, Sammeltaxis, Taxis, Mietwagen, etc....) zu vernetzen.
  • Die Koordination der Angebote soll in einer „Mobilitätszentrale“ erfolgen, die voraussichtlich im Bahnhofsgebäude in Geislingen eingerichtet wird.
  • Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen-Geislingen, das in einem Forschungsprojekt die in Betracht kommenden alternativen Mobilitätsformen im ländlichen Raum mit einer Digitalisierung und Vernetzung der Angebote untersucht und sich schon längere Zeit mit einer nachhaltigen Mobilität und den dazu gehörenden ökologischen und sozialen Effekten befasst.    

Die CDU-Kreistagsfraktion unterstützt das Modellprojekt, das kürzlich im Ausschuss für Umwelt und Verkehr des Kreistages auf den Weg gebracht wurde. „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und würden uns freuen, wenn das Modellprojekt dazu beitragen könnte, das Angebot im ÖPNV für den ländlichen Raum zu verbessern“ so der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Rapp, der aber bei den Beratungen im UVA zugleich auch nachdrücklich darauf hingewiesen hat, dass es sich zunächst nur um ein Modellprojekt für den Raum Geislingen handelt und die Landesförderung lediglich auf zwei Jahre befristet ist.

„Bei einer anschließenden flächendeckenden Umsetzung von einzelnen Maßnahmen auf den ganzen Landkreis müssen wir uns dann natürlich auch Gedanken über die Finanzierung machen“ machte Wolfgang Rapp deutlich und wies erneut darauf hin, dass der Landkreis aktuell nicht nur im ÖPNV sehr viele Projekte auf den Weg bringen möchte, die im Falle einer Realisierung erhebliche finanzielle Mittel erfordern. Im Finanzkonzept des Landkreises sind bisher nur Mittel für die Verbesserungen im „Grundtakt“ des neuen Nahverkehrsplans mit circa 2 Mio. Euro p.a. enthalten.