Schulterschluss für bessere Zuganbindung

Das Land soll den geplanten MetropolExpress bis Ulm verlängern, so die Forderung der CDU-Kreistagsfraktion. Die Landkreise Göppingen und Alb-Donau müssten sich hierfür gemeinsam in Stuttgart einsetzen. Göppinger Kreistag unterstützt entsprechenden CDU-Antrag einstimmig.

„Gemeinsam können wir mehr erreichen“, davon sind die Mitglieder der CDU-Fraktion im Göppinger Kreistag überzeugt. Sie forderten daher die Landkreisverwaltung auf, in enge Gespräche mit dem Alb-Donau-Kreis einzutreten, um beim Land für eine bessere Zuganbindung für beide Landkreise zu erreichen. „Wir brauchen ein maßgeschneidertes Konzept für den Landkreis Göppingen und eine gute Zugverbindung in Richtung Stuttgart wie auch in Richtung Ulm“, bekräftigte die CDU-Kreisrätin und Landtagsabgeordnete Nicole Razavi. Sie sprach am Freitag für ihre Fraktion im Kreistag.

„Hintergrund der Misere ist, dass das Land den MetropolExpress im Halbstundentakt zunächst nur bis Süßen geplant hatte und erst auf Druck aus dem Kreis eine Verlängerung bis Geislingen in Aussicht gestellt hat. Ob dies 2019 gelingt, hängt nun aber davon ab, ob dazu ein Gleis im Bahnhof Geislingen benötigt wird oder nicht. Zu dieser Hängepartie wäre es gar nicht gekommen, wenn das Land den MetropolExpress gleich bis Ulm geplant hätte. Der Fehler liegt deshalb in der Grundkonzeption der früheren Landesregierung, die sich an Fahrgastzahlen orientiert und damit den ländlichen Raum benachteiligt“, so Razavi. „Es muss auch die Möglichkeit geben, ein Angebot zu schaffen, damit dieses genutzt werden kann“, ergänzt ihr Geislinger Kreisrat-Kollege Peter Maichle.

„Aufgrund der topografischen Lage sowie der Tatsache, dass in Geislingen vor einigen Jahren erst ein Gleis abgebaut wurde und darauf der so genannte Tälesbahn-Radweg entstand, ist das Erfordernis eines Abstellgleises mit großem Aufwand verbunden – finanziell wie in der baulichen Umsetzung“, erklärt Kreisrat Jochen Staudinger, der ebenfalls aus der Fünftäler Stadt kommt. „Die Idee, ein solches Abstellgleis in Amstetten zu bauen, wo genügend Platz vorhanden wäre, hätte gewissen Charme gehabt“, bekräftigt Peter Maichle. Leider habe die Deutsche Bahn festgestellt, dass es aufgrund des Güter- und Fernverkehrs nicht möglich sei, den MEX in Amstetten zu wenden.

Um trotz der Ungewissheiten über ein mögliches Abstellgleis in Geislingen keine weitere Zeit zu verlieren, entschied der Kreistag am Freitag, die Planungen für ein Abstellgleis fortzuführen. Falls sich herausstellen sollte, dass das Abstellgleis nicht mehr benötigt wird, werden diese Arbeiten unverzüglich abgebrochen. Die bereits entstandenen Kosten übernimmt dann das Land. Solle das Gleis benötigt werden, wird kein weiterer Zeitverlust riskiert. „Zugleich wollen wir uns dafür einsetzen, dass der MetropolExpress auch die Region Ulm anfährt“, ergänzt Anette Kölle aus Wiesensteig. Insbesondere den Vertretern aus dem Oberen Filstal und der Raumschaft Geislingen ist es wichtig, dass ein gutes Zugangebot auch an die Region Ulm geschaffen wird. „Beide Ballungsräume sind für uns wichtig“, erklären Dieter Braun und Gerhard Ueding aus Bad Ditzenbach.

Auch die weiteren Mitglieder des Kreistags begrüßten die Initiative der CDU-Fraktion, sodass der Änderungsantrag einstimmig angenommen wurde. Damit wird die Landkreisverwaltung beauftragt, in enge Gespräche mit dem Alb-Donau-Kreis einzutreten.

„Wir freuen uns, dass wir die Unterstützung des gesamten Kreistags für diese Initiative erhalten haben und sehen darin ein wichtiges Signal für das Erreichen des gemeinsamen Ziels einer besseren Zuganbindung“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion aus Geislingen, Wolfgang Rapp.